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Die Entstehung des Forsthauses führt uns in die Zeit um das 11. Jh., also bis in die Rodezeit zurück (-> Will-Rode). Von 1290 bis 1450 wurde die Anlage bewirtschaftet vom Neuwerkskloster. In diesen unruhigen Zeiten wurden als Schutz die hohe Mauer, Wall und Graben - eine "Wasserburg im Kleinen" - errichtet. Das Gut wurde zweimal zerstört: |
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Das wertvollste Gebäude der Anlage ist die Kapelle.
Deutlich erhebt sich die Burgkapelle, ein gut erhaltener Quadersteinbau im romanischen Stil (Rundbogenfries, Apsis, arm an Zierformen).
Bislang wurde aufgrund der romanischen Baustile angenommen, ein um 1100 oder vielleicht im 13. Jh errichteter Wehrturm sei später zur Kapelle umgestaltet worden (vgl. HANS SCHUCHARDT 1928,1964). Inzwischen halten Baugeschichtler (vgl. RAINER MÜLLER, 2003: "Die Kapelle des Forsthauses Willroda - eine romanische Wehrkirche?") es für wahrscheinlicher, dass die durch den Erfurter Geleitsmann Hildebrandt errichtete Burgkapelle kein Umbau eines Wehrturms ist, sondern erst 1495 im romanischen Stil nachempfunden wurde, in dieser Wehrhaftigkeit sicher auch, um notfalls als letzte Zufluchtsstätte der Bewohner zu dienen. Details:
Im Inneren enthält die Kapelle kleine romanische Fenster. Unter der Kapelle befindet sich ein Kellergeschoss. Ob hier ein Mausoleum ist, in dem der Stifter der Kapelle beigesetzt wurde, bleibt fraglich. Im Jahre 1509 gab der Stifter den Auftrag zum Bau eines steinernen Marienaltars - Madonna im Strahlenkranz, typisch um 1500. Im eigentlichen Kapellenraum erblicken wir über dem Altar hinweg Rundbögen der Apsis und die Schießscharten. Rechts und links des Altars befinden sich eingelassene Geräteschreine mit Wappenschildern. Im Jahre 1511, dem Sterbejahr des Stifters, befand sich das Altarbild in der Kapelle. Zirka 200 Jahre lang war es verschwunden und wurde durch die dann ansässige Försterei im Jahre 1760 in Hochheim wiederentdeckt. 1774 fand der steinerne Altar in der neugebauten Kapelle in Hochheim seine Bleibe. Forsthaus Nach einem Brand eines Vorgängerhauses um ca. 1720 wurde das jetzige Haupthaus 1745 neu errichtet. Zunächst war es nur eingeschossig, hatte eine große Toreinfahrt in der Mitte des Gebäudes und eine wenig untergliederte Säulen-/Tuchhalle im Westteil (Tücher wurden als "Lappen" bei der Jagd verwendet). Schon bald zeigten sich erhebliche Baumängel durch Fäulnis im Holz und Salpeter in den Wänden. Auch die Tuchhalle wurde offenbar den wirklichen Ansprüchen nicht gut gerecht. 1763 - der siebenjährige Krieg war gerade zu Ende - erfolgte der erste Umbau. Die Außenwände wurden erneuert und Backsteine ersetzten Flechtwerk und Lehm. In die Halle wurden Zimmerfluchten eingezogen. Diese zusätzlichen wohlhabend mit Stuckdecken und Öfen ausgestatteten Wohnräume sollten offenbar dem Aufenthalt des Statthalters von Erfurt (Karl Wilhelm von Breidbach, der Neffe des Mainzer Erzbischofs) und seiner Begleitung bei Jagdaufenthalten in Willroda dienen. Die feine Jagdgesellschaft hatte an Willroda offenbar Gefallen gefunden und bereits 1768/69 entschloss man sich, das Forsthaus auch als Jagdschloss zu nutzen. Um das Gebäude entsprechend zu erweitern wurde das Dach abgehoben, zwischengelagert, und ein zweites Stockwerk errichtet. Unter anderem entstand exakt in der Gebäudemitte im oberen Stockwerk ein prächtiger Jagdsaal mit Stuckdecke. Nachfolger im Amt des Statthalters wurde 1771 Carl Theodor von Dalberg. Er sorgte für den weiteren Innenausbau und beauftragte den Bayreuther Hofmaler Rudolf Christian Albert Zöllner, den Jagdsaal mit großformatigen Wandgemälden mit Jagdmotiven auszuschmücken. Allerdings gelang das Bauwerk nur wenig sachkundig, was die Statik im Gebäude anbelangt. Das Primat galt wohl mehr der Barocken Symmetrie, als etwa solchen Gesichtspunkten, dass Wände nur auf bestehenden Wänden errichtet werden sollten. Schon bald senkte und verwarf sich der Boden im Jagdsaal um über 20 cm. Mit dem Ende des Kurstaates Mainz und der ersten Übernahme Erfurts durch Preußen endete die Geschichte des Forsthaus Willroda als "Jagd- und Lustschloss". Das Anwesen wurde aber weiterhin als Wohnung und Dienstsitz der Försterei Willroda genutzt. Daran änderten auch die wechselnden Besitzverhältnisse in den folgenden Jahren nichts. (1802-1806 Königreich Preußen, 1806-1812 Domain-Gut Napoleons im Besitz des Grafen Tascher de la pragerie, ab 1813 bis 1945 wieder preußisch.) 1833 ließ Oberförster Brauns die schadhaft gewordenen Schwellen und Erdgeschosswände auswechseln. Dazu wurde das gesamte Gebäude mit Winden "aufgeschraubt" und die erdnahen Bereiche saniert. Die östliche Stallzone wurde um ein Drittel verkleinert und stattdessen zusätzlicher Wohnraum im Erdgeschoß geschaffen. Das große Einfahrtstor wurde zu einer Haustür verkleinert. Im Fachwerk findet sich noch der ehemalige Torbogen. 1914/15 wurden Stallungen zu Wohnraum umgebaut. Eine zweite Eingangstür in der Südfassade ermöglichte Zugang von außen. Der östlich an das Haupthaus anschließende ehemalige Kuhstall wurde aufgestockt und eine Außentreppe mit Galerie zur Erschließung des Obergeschosses neu errichtet. Ab 1995 begannen erste Erhaltungsmaßnahmen, 2001 die Generalsanierung des Anwesens. Im Erdgeschoß mußten die meisten Wandschwellen, sowie beide Traufwände des Forsthauses erneuert werden. Darüber hinaus wurden zwei Binnenwände aus der ersten Umbauphase von 1763 versetzt um die Statik wiederherzustellen. Bei der Sanierung des Fundaments stieß man auf eine erstaunliche ehemalige Wasserversorgung: Ursprünglich muss von der Quelle durch die Wehrmauern und direkt durch das Hauptgebäude ein offenes Rinnsal geflossen sein, das auch drei Schotten im Gebäude speiste, die vielleicht als Wasserreservoir oder zur Fischhälterung genutzt wurden. Später wurden die Öffnungen aber offenbar wieder verbaut. Auch das Fachwerk wurde infolge der Sanierungsarbeiten freigelegt und war bauhistorisch sehr aufschlussreich. So konnte man die Spuren der verschiedenen Bauphasen deutlich erkennen. Etwa zwei Drittel aller Fachwerkausfachungen wurden durch Stampflehm ersetzt. 2006 wurde das Haus wieder verputzt. Nach Sanierung wird das Forstamt voraussichtlich 2008 die unteren Räume beziehen, während der schmucke Jagdsaal mit den restaurierten Gemälden für kulturelle Veranstaltungen der Öffentlichkeit zugänglich bleiben soll.
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LiteraturDie Stadtbibliothek Erfurt hat auch zu Willroda Literatur vorrätig. |
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